Archiv für Juni 2013

Antirankeipe 21.06.

19:30 Doppelveranstaltung zu aktuellen antirassistischen Kämpfen und Aktionen

1.) Infoveranstaltung zur aktuellen Situation von „Lampedusa in Hamburg“
>>> Aufgrund des NATO-Krieges in Libyen flüchteten unzählige Menschen, teilweise auch unter Zwang, über das Mittelmeer nach Italien. Diejenigen, die die Überfahrt überlebten, wurden dort aus humanitären Gründen als Flüchtlinge anerkannt und innerhalb des italienischen Asylsystems, mit EU-Finanzierung, verwaltet. Als die externe Finanzierung für die Geflüchteten des Libyen-Kriegs auslief, bemühte sich die italienische Regierung darum, die Geflüchteten loszuwerden und begann sie aus den Lagern rauszuwerfen. Viele Geflüchteten und Migrant_innen sind in Italien gezwungen, auf der Straße zu leben. Das Land bietet weder Arbeit noch andere Perspektiven und wird seid längerem von Anwält_innen und internationalen Verbänden wegen der humanitären Katastrophe im Asylsystem kritisiert.

Im weiteren Verlauf wurde den Geflüchteten von der italienischen Regierung Papiere ausgestellt, mit denen sie sich legal im Schengen-Raum bewegen können. Die Papiere sind sonst aber völlig wertlos, da mit ihnen weder eine Arbeitserlaubnis noch das Recht auf medizinische oder soziale Unterstützung verbunden ist. Weiter wurde den Geflüchteten die Weiterreise nach Zentraleuropa nahegelegt und Geld für diesen Zweck übergeben.
Die Konsequenzen der Auseinandersetzungen zwischen den europäischen Regierungen auf ihrem Rücken sind vielen Geflüchteten erst viel zu spät aufgefallen. Über den letzten Winter waren viele in Winternotunterkünften untergebracht, die vor über 5 Wochen geschlossen wurden. Seitdem sind die meisten, allein in Hamburg wohl über 250 Menschen, dazu gezwungen auf der Straße zu leben. Der deutsche Staat, der selbst am Krieg in Libyen beteiligt war, und allen voran der Hamburger Senat wollen keine Verantwortung für die Kriegsflüchtlinge übernehmen und die Situation aussitzen.
Mehr Infos: lampedusa-in-hamburg

2.) Infos zum Lovis-Sommerstopp „Ungerechtigkeit treibt aufs Meer“
>>> Vom 19.-21. Juli legt der Traditionssegler „Lovis“ in Hamburg an. Unter dem Titel „Ungerechtigkeit treibt aufs Meer“ wird zur Zeit ein breites Programm zum Thema Flucht und Migration auf dem Seeweg vorbereitet.
An beiden Abenden (19./20.7.) gibt es open air Kino auf dem Schiffssegel mit dem Dokumentarfilm „Verschlossenes Meer“– und Kurzfilmen von Movimiento zum Thema Migration. Tagsüber gibt es Workshops und Vorträge vom Mittelmeer bis Calais und eine Hafenrundfahrt zum Thema Piraterie.
Mehr Infos: Lovis