Antirakneipe am 16.03.

19:30 Infoveranstaltung „Was ist brauner Terror und wie kommt es dazu?“

Referent: Freerk Huisken

Demokrat_innen aus Politik und Öffentlichkeit können den (Neo-)Faschismus nicht kritisieren. Wie sollen sie auch den Nationalismus angreifen, auf dem der Faschismus gründet, wenn der für sie doch eine zentrale Produktivkraft ihrer demokratischen Herrschaft darstellt.

Dafür grenzen sie ihn aus, kriminalisieren und verbieten ihn. Die auch bei den Bürger_innen verbreitete Ausländerfeindlichkeit wird dadurch nicht ausgeräumt. Wie auch, ist sie doch selbst ein Moment der hiesigen Ausländerpolitik.

Auch die linke Antifa tut sich schwer mit der Kritik. Sie schließt sich der Enttarnung von Nazis-Codes, Nazi-Kleidung und ihrer Musik an; als würde sich jedermann von den neuen Nationaldemokrat_innen sofort abwenden, wenn er sie nur identifizieren könnte.

Besonders dann, wenn neue Faschist_innen ihre Kapitalismuskritik vortragen, fällt vielen Antifaschist_innen oft nur ein, dass diese „Wölfe“ sich mit „Schafspelzen“ verkleidet hätten. Das ist schlecht. Denn es gibt auch eine faschistische Kritik am Kapitalismus. Und

wenn jetzt Teile der Antifa den neuen Antiterrorismus der Demokrat_innen gegen Rechtsextremismus begrüßen, ihn für überfällig erklären, für ein NPD-Verbot plädieren und sich gar als die effektiveren Verfassungsschützer_innen anbieten, weil sie ja nicht auf dem „rechten Auge blind“ wären, dann offenbaren sie sich einmal mehr als die letzten idealistischen Verfechter_innen der Nachkriegsparole: „Wehret den Anfängen!“ Sie sollten sich überlegen, ob sie wirklich nur die Saubermänner der Nation sein wollen?

Hinterher: Kneipenabend