Antirakneipe 20.01.

19:30 – Infoveranstaltung: Verliebt verlobt verdächtigt
Binationale Partnerschaften zwischen gesellschaftlicher Anerkennung und Misstrauen.

Einerseits gelten binationale Partnerschaften als positives Integrationskriterium, andererseits als besonders problematisch. Besonders groß ist das Misstrauen, wenn sich Paare über eine Eheschließung ein Zusammenleben in Deutschland ermöglichen.

Wie sehr die rechtliche Situation binationaler Paare von gesellschaftlichen Stimmungen abhängig ist, wurde zuletzt deutlich, als nur wenige Monate nach dem Erscheinen des Buches „Deutschland schafft sich ab“ im Rahmen des Gesetztespakets zur Bekämpfung der Zwangsheirat am 17.März 2011 eine Verschärfung der Aufenthaltsgesetztes beschlossen wurde. Nun müssen HeiratsmigrantInnen ein Jahr länger in ehelicher Lebensgemeinschaft in Deutschland leben, bevor sie einen eigenständigen Aufenthalt bekommen können.

Referentin vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V.

Hinterher: Kneipenabend

Antirakneipe 16.12.

19.30: Infoveranstaltung zu „Antiziganismus“ und den aktuellen antiziganistischen Übergriffen. Referent: Markus End
(hierzu auch: Indymedia)

In den letzten Monaten ist es in verschiedenen Ländern Europas (Tschechien, Bulgarien, Ungarn) wieder zu pogromartigen Situationen gegen Roma und Sinti gekommen. Es gab gewalttätige Angriffe, die Häuser wurden angezündet, sie wurden vertrieben oder sogar umgebracht. Es wurden Demonstrationen und Kundgebungen gegen sie organisiert und die Bevölkerung applaudierte häufig zu diesen Angriffen.

„Mit dem Begriff „Zigeuner“ verbinden die meisten Menschen im günstigen Fall Klischeevorstellungen wie feurige „Zigeunermusik“, Lagerfeuerromantik und tanzende Frauen in langen bunten Röcken. Im Gegensatz zu diesen noch scheinbar harmlosen Klischees gegenüber Sinti und Roma stehen allerdings schwerwiegende und diskriminierende Assoziationen im Vordergrund. Auch heute assoziieren die meisten Menschen Handlungen wie Stehlen, Betteln und Betrügen oft mit „Zigeunern“. Sinti und Roma selbst, von wenigen Ausnahmen abgesehen, empfinden die Bezeichnung „Zigeuner“ nicht nur deshalb als diskriminierend, weil sie unter der gleichen Bezeichnung von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, sondern auch, weil dieser Begriff diese eingängigen und negativen Klischeevorstellungen und Stereotypen nach sich zieht.“

Antiziganismus ist eine Variante des Rassismus. Umfragen in der BRD machen deutlich, dass über 60 Prozent der Deutschen beträchtliche Ressentiments gegen Sinti und Roma haben. In unserer Veranstaltung wird nach einer kurzen Begriffserklärung auf die lange Geschichte und die gewalttätige Gegenwart des Antiziganismus in Europa eingegangen.

Markus End promoviert am „Zentrum für Antisemitismusforschung Berlin“ zur Struktur und Funktionsweise des modernen Antiziganismus und ist Mitherausgeber des Sammelbandes „Antiziganistische Zustände“.

Hinterher: Kneipenabend

18.11. – GEBURTSTAGSPARTY – 3 Jahre Antirakneipe !!!

Ab 20 Uhr: Livemucke, Cocktails, Snacks, Tombola und Musik von Platte!
Wie immer in der Hafenvokü – Eintritt Frei!

- Live -

Yok (Pocketpunk, Berlin)

Yok spielt Songs, spricht Texte und zündelt dabei an der Musik.
Er singt mit der grundsätzlichen Haltung der Verweigerung aus der Perspektive eines Taxifahrers, der seine Wurzeln in der radikalen Linken hat. Die Texte verhandeln, ziehen Grenzen und Konsequenzen, treten weg und träumen vor. War er von 1989 – 1994 als „Quetschenpaua“ unterwegs und drehte er seine Runden von 1995 – 1999 mit der Politpunkband „Tod und Mordschlag“, so ist er heute auch immer noch Teil des Musiktheaterkollektivs „Revolte Springen“ und pflegt mit seiner Band „option weg“ das Motto TRÜMMER/TRÄUME/TRASH. Seine „Solo-pocketpunk-show“ bietet auch 2011 noch facettenreiche inhaltliche Subkultur an Ukulele, pocketdrums und Quetsche.
http://pocketpunk.so36.net/

Schall und Rauch (Politfolk, SH)
Schall und Rauch ist eine linke Straßenmusikgruppe, die sich ab und zu auch mal auf Kleinkunst- und Kneipenbühnen verirrt. Unsere Agenda ist es Leben in die Einkaufsstraßen und in die Köpfe der Menschen, die unseren Liedern lauschen zu bringen. Eine Prise rotzfrech rübergebrachter Straßenmusik verrührt mit politischem Lied und Voilá.
http://akustikheartchor.de/

- DJ -

no*border soundsystem (Rocksteady, Punk, HipHop, Riotska, Mashups & more, HH)
http://www.myspace.com/nobordersounds

Antirakneipe am 21.10.11

19:30Uhr Infoveranstaltung

NoBorder Camp Bulgarien 2011

Aktivist_innen aus Hamburg und Griechenland berichten über ihre Erfahrungen vom Camp, welches vom 25. bis 29. August 2011 in Siva Reka stattfand.
Neben Fotos, Filmen und Informationen soll es außerdem einen inhaltlichen Einblick in die Situation in Bulgarien geben.
Auch die Frage nach Sinn und Unsinn von NoBorder Camps, die auch auf dem Camp aufgekommen ist, wird zur Debatte stehen.
Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir, welche Aktionen sind sinnvoll und welche Organisationsformen sind dafür geeignet?

Zusätzlich gibt es einen Bericht von einer Gedenkaktion, die am 30. August in Griechenland in der Nähe des Grenzflusses Evros stattgefunden hat.

Beginn 19:30Uhr, Eintritt frei.
Danach Kneipe…

Hintergründe zum Camp

Bulgarien, seit 2007 Mitglied der EU, strebt für 2012 den Beitritt in den Schengenraum an und wird dann eine europäische Außengrenze zu Serbien, Türkei, Mazedonien und dem Schwarzen Meer bilden. Dies hat nicht nur die Militarisierung der Grenzen, sondern auch eine Verschlechterung der Lebensbedingungen für Flüchtlinge und Migrant_innen in Bulgarien und obendrein ein Erstarken des bulgarischen Nationalismus zur Folge.

Aus diesem Anlass fand vom 25. bis 29. August 2011 in Siva Reka, im Dreiländereck zu Griechenland und der Türkei, ein NoBorder Camp statt. Neben inhaltlichen Workshops und Diskussionen gab es verschiedene Aktionen in der Grenzregion – aus Protest gegen Frontex und das europäische Grenzregime und aus Solidarität mit den Flüchtlingen und Migrant_innen, aber auch, um mit der lokalen Bevölkerung in Austausch zu treten.

Antirakneipe 16.09.

19:30 Film: „Heavy Metal in Baghdad“

Der Film begleitet die bislang einzige irakische Heavy-Metal-Band Acrassicauda über mehrere Jahre in ihrem Alltag im Nachkriegsirak und bei ihrer Flucht über Syrien in die Türkei.

Begleitet werden vier junge Musiker, die versuchen trotz Bürgerkrieg und gesellschaftlicher Repression ihre Subkultur zu leben und ihren Traum einer musikalischen Karriere zu verwirklichen.

Gezeigt wird hierbei, was es bedeutet, im „befreiten“ Irak zu leben und jeden Tag um sein Leben zu fürchten, und was es bedeutet seine Familie und Freunde zurückzulassen, um sein Glück in einem anderen Land zu versuchen. Hierdurch wird dokumentiert, was es bedeutet, seine Träume nicht leben zu können, nur weil man zufällig im falschen Teil der Welt geboren wurde.

Mittlerweile lebt die Band in den USA und hat eine 4-Track-EP auf Vice Records veröffentlicht.

Acrassicauda auf Myspace

Hinterher: Kneipenabend mit Ska, Punk, HipHop – und naklar Metal – von Platte.

Antirakneipe am 19.08.

19:30 Infoveranstaltung: „Weiße Kinderbücher“

„[D]ie meisten Weißen [sehen] sich nicht als Weiß […]. Sie verhalten sich wie kleine Kinder, die sich die Augen zuhalten und meinen, weil sie für sich selbst unsichtbar sind, sähen andere sie auch nicht. Weiße sehen sich in der Regel nicht als Weiß und nehmen automatisch an, alle anderen sähen das ebenso.“ (Wollrad 2010: 149)

Neben (Kinder-)Medien wie Comics, Filme und Kinderbücher, aber auch über die alltägliche Bilderwelt aus beispielsweise der Werbung, werden Kinder an das Weißsein herangeführt. So internalisieren sie von Kindesbeinen an das Prinzip des Weißsein, welches auch über die gleichzeitige Ausblendung der (eigenen) weißen Überhöhung funktioniert. Anhand von Weltklassikern wie z.B. „Pippi Langstrumpf in Taka-Tuka-Land“ und „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wird daher der Frage nachgegangen wie Weißsein in Kinderbüchern verhandelt wird.

Anschließend: Kneipenabend mit Ska, Punk, HipHop and more von Platte – Leute treffen und Banden bilden!

Antirakneipe 15.07.

19.30: Film – „DiasporAfro“

»In Afrika träumt man von einem schönen Deutschland, hier erlebt man dann aber Rassismus.« Sie erzählen vielfältige Beispiele von diesem alltäglich erlebten Rassismus in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Schule und am Arbeitsplatz, im Restaurant, beim Sport, bei der Wohnungssuche, bei der Polizei. Wenn sie von »Weißen« als »Neger« oder »Mischling« beschimpft werden, fühlen sie sich – wie früher – als »Sklaven« behandelt.

Wie in dem Spiel »Wer hat Angst vorm schwarzen Mann« empfinden sie »schwarz« in der westlichen Gesellschaft als negativ besetzt. Schwarze werden als Diebe, Drogendealer, Gewalttätige stigmatisiert und als fremde Bedrohung empfunden. Das ihnen begegnende Bild von Afrika besteht vor allem aus Krieg, Armut und Gewalt, aber selten wird nach den Gründe hierfür gefragt. Diese sehen die Jugendlichen in der kolonialistischen Vergangenheit, der Ausbeutung der Rohstoffe ihrer Länder noch heute, in einem ungerechten Weltwirtschaftssystem, im Waffenhandel der Industrieländer. Auf die ewige Diskriminierung haben sie »keinen Bock mehr.« »Wenn ein schwarzer Panther in der Ecke sitzt und mit Steinen beworfen wird, dann wundert Euch nicht, wenn er sich wehrt!« Dieser Film gehört dazu.

Hinterher: Kneipenabend mit Ska/Punk/HipHop und mehr von Platte

Antirakneipe Freitag 17. Juni 2011

Während auf der griechischen Seite eine Mauer gebaut wird um Flüchtlinge abzuhalten nach Europa zu kommen, bauen Bulgarien und die Türkei neue „Detention Centers“ in der Grenzregion. Grunde genug das Dreiländereck auch zu besuchen:

Vom 25. – 29. August 2011 findet auf der bulgarische Seite des Dreiländerecks Bulgarien-Türkei-Griechenland das diesjährige „No Border Camp“ statt. Gruppen aus verschiedene Länder werden teil nehmen. Auch das Welcome to Europe Netzwerk mobilisiert zum „No Border Camp 2011“ nach Bulgarien.
Am 17 Juni wollen wir in der Antirakneipe mit euch über Genaueres sprechen, Infos zur Situation in Bulgarien geben und gemeinsames planen.
w2eu netzwerk

Image Details:

Antirakneipe am 20.05.11 Infoveranstaltung MEDIBÜRO

Die Medizinische Beratungs- und Vermittlungsstelle für Flüchtlinge
und MigrantInnen wurde 1994 in Hamburg gegründet. Der
gesellschaftliche Kontext zu dieser Zeit war geprägt von sich verschärfenden
rassistischen Entwicklungen. So kam es zu Beginn
der 1990er Jahre in der wiedervereinigten Bundesrepublik zu
zahlreichen rassistisch motivierten Anschlägen und Übergriffen.
Auf institutioneller Ebene führte die massiv eingrenzende Änderung
des Asylgesetzes 1993 zur faktischen Aufhebung des
Asylrechts.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Zugang zur medizinischen
Versorgung für Flüchtlinge und MigrantInnen unabhängig von
ihrem Aufenthaltstatus zu verbessern.
Wir leisten einerseits praktische Hilfe, indem wir medizinische
Behandlungen vermitteln, andererseits arbeiten wir politisch mit
Flüchtlings- und MigrantInnenorganisationen, Beratungsstellen
und antirassistischen Gruppen in Hamburg zusammen. Darüber
hinaus sind wir auf bundesweiter Ebene mit anderen Medizinischen
Beratungsstellen vernetzt. Unsere Beratungsstelle funktioniert
ehrenamtlich / unentgeltlich, nichtstaatlich und arbeitet
unabhängig von Kirchen, Parteien oder anderen Institutionen.
Abgesehen von Spenden erhalten wir keine finanzielle
Unterstützung.



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